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Aufbau und Struktur des Tools

Zentrale Zielsetzung war die Entwicklung eines praxistauglichen Instrumentariums zur frühzeitigen Abschätzung der Verkehrs- und Kostenfolgen von Siedlungsprojekten. Gegenstand der Anwendung und Bewertung werden in der Regel einzelne oder Konglomerate von Bebauungsplänen bzw. die Entwürfe von Bebauungsplänen oder Potenzialflächenbetrachtungen sein. Auch Einzelgebietsbetrachtungen für Standortalternativen und ähnliches bei der Aufstellung von Flächennutzungsplänen können bei der strategischen Stadtentwicklung vorgenommen werden.

Hieraus ergibt sich eine Reihe von Anforderungen, welche in die Erstellung des Rechenmodells eingeflossen sind. Entwickelt wurde ein Schätzinstrument, mit dem die jeweiligen Akteure mit den üblicherweise vorliegenden Daten und mit begrenztem Zeitbudget eine qualifizierte Folgekostenschätzung vornehmen können. Genutzt wurde das Programm MS-Excel, als meist in den Verwaltungen vorhandenes und bekanntes Rechenwerkzeug. Bei der Schätzung der Verkehrs- und Kostenfolgen von Siedlungsprojekten wurden folgende Teilaspekte ermittelt:

  • Verkehrsmengen, getrennt nach einzelnen Verkehrsträgern,
  • Effekte der Straßenerschließung: Investitions- , Betriebs- und Instandhaltungskosten,
  • ÖPNV-Infrastruktur: Betriebskosten nach Art der ÖPNV-Erschließung (z.B. in Bezug auf Angebot, Takt-Familie, Fahrzeuge, Linienführung; bei schienengebundener Anbindung auch Investition, Erhalt, Betrieb).

Für die einfache Abschätzung wurden zahlreiche Kennwerte für Kosten und Verkehrsverhalten aus gängigen Quellen voreingegeben. Der Nutzer muss lediglich spezifische Werte der Gemeinde (zum Beispiel Einwohnerzahl) und des Planungsgebiets (beispielsweise Flächengröße und geplante Bebauungsdichte) eingeben. Auch können alle Vorgabewerte vom Nutzer zur Verbesserung der Abschätzungsgüte angepasst werden. Die Verkehrsabschätzung bezieht sich im Wesentlichen auf Raumparameter. So sind Kennwerte eines stadtlagetypischen Modal Split als grobe Nährungsgröße hinterlegt worden. Die Entwicklung der Folgekosten wird für die nächsten 30 Jahre geschätzt. Dabei werden Kostensteigerungen, Abschreibungen und die verschiedenen Kostenarten grob berücksichtigt. Wesentliche Teilergebnisse der Schätzung werden durch das Instrument gesondert ausgewiesen, wobei Abschätzungen auch für weiterführende Überlegungen verwendet werden können.

Für unterschiedliche Flächen- und Planungsvarianten unter Berücksichtigung von Verkehrsfolgen und Folgekosten wurde ein separates Vergleichstool entwickelt, welches dem Nutzer erlaubt, eine vergleichende Auswertung der Kosten für unterschiedliche Gebiete oder Varianten vorzunehmen, wobei die Bezugsebenen Gesamtkosten, Kosten je ha und Kosten je WE herangezogen werden können.

Anwendbarkeit

Die Testanwendungen in den Kommunen sowie die Kommentare externer Experten zeigten, dass das Tool eine nutzerfreundliche Anwendbarkeit für die Siedlungsentwicklungsplanung ermöglicht. Die erforderlichen Input-Daten sind für die Planer relativ einfach im Vorfeld zu ermitteln bzw. abzuschätzen. Auch ist eine relativ schnelle und intuitive Bearbeitung möglich, sodass das Tool ohne große Einarbeitungszeit zumindest erstmalig genutzt werden kann. Eine vertiefte Einarbeitung ist von Seiten der Anwender aber möglich und bietet sich bei mehrfacher Anwendung an. Die Nutzung vermittelt auch ein Gefühl für die komplexen Zusammenhänge der Verkehrs- und Siedlungsplanung.

Download: Nutzerhandbuch für den Verkehrsfolgekostenschätzer Version 1.0